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DEUTSCHE SIND EBEN DEUTSCHE

Posted on : 14-05-2014 | By : admin | In : 10 SUSRETI

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Das Glücksrezept: einfach, ehrlich, machbar…  (Kroatischer Text …hier)

Es schreibt: Emil Cipar
Ins Deutsche übersetzt: Sandra Marelja Muić
DSCN8886Die Geschichte über Malena und Klepetan aus Slavonski Brod in Osten Kroatien haben Sie sicherlich schon mal gehört. Zweimal im Jahr macht das bekannteste „Klapperstorchpaar“ der Welt  seinen Schauspaziergang in den Medien der Welt.

Zweimal jährlich wird das Volksschulgebäude in Brodski Varoš (einem Vorort von Slavonski Brod) zum Zentrum des Weltgeschehens. Es versammeln sich allerlei Leute aus den Medien; zahlereiche Journalisten, Photographen, Fernsehteams die mit den Bildern von Klepetan der zu seiner Malena kommt Schlagzeilen machen wollen.

Falls Sie von dieser Geschichte noch nichts wissen, hiermal eine Kurzfassung:

DSCN8885-300x200Das Klapperstorchweibchen Malena wurde von den  Jägern vor 20 Jahren am Flügel verletzt. Sie konnte nicht mehr nach Süden fliegen, so nahm sich Stjepan Vokić – Stipa, aus Brodski Varoš vor, sich um die Malena zu kümmern. Vor 12 Jahren,  verliebte sich Malena in den Klapperstorch Klepetan.

Da sie in der Winterzeit nicht in die wärmeren Gebiete fliegen kann, fliegt Klepetan eben alleine und kommt regelmässig zum Frühling wieder zurück.

Mit Hilfe von Stipa, brachten nun Malena und Klepetan bisher über 40 kleine Klapperstorche auf die Welt.

Mit dieser Geschichte machte uns zuerst der Kollege Željko Mužević bekannt, der damals als Redakteur von „Jutarnji list“ gearbeitet hatte.

DSCN8888-300x199 Und das soll es dann hier gewesen sein. Željko entdeckte diese Geschichte, brachte sie an das Tageslicht und sie zog das Interesse der zahlreichten Medien an sich. Und wie das auch sonst so in diesen Dingen ist …die Kollegen hatten die Sensation gebraucht gehabt, etwas womit sie die Aufmerksamkeit der Leser anziehen können, während sie selbst den Kern der Geschichte bis heute nicht erkannt haben.

So las auch der Volker Fritzemeier, der Vorsitzende des Vördervereins Tierschutzprojekt Kroatien e.V. aus Frankfurt an der Oder die Klapperstorchgeschichte aus Slavonski Brod. Dem erfahrenem Tierliebhaber war sofort klar, dass es sich nicht nur um eine Geschichte über die Klapperstorche handelt, sondern auch eine Geschichte über uns selbst darin versteckt ist.

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In Berlin traf er auf Sonja Breljak, die Chefredakteurin des „Hrvatski glas Berlin“ und bat sie ihm zu den entsprechenden Kontaktdaten in Slavonski Brod zu verhelfen. Volker Fritzemeier ist ein guter Kroatienkenner und wollte die Geschichte selber auf Ort und Stelle nachprüfen.

Er war ziemlich überrascht, als Sonja alle notwendigen Kontakte „ausm Ärmel schüttete“, und wie sollte sie dies auch nicht, wenn sich in Slavonski Brod die Hälfte der Redaktion von „Hrvatski glas Berlin“ befindet.

So begab sich Volker Fritzemeier auf weite Reise. Die Redaktionshälfte aus Slavonski Brod hiess ihn in Brodski Varoš willkommen.

DSCN8916Und so sitzen Volker Fritzemeier, Željko Mužević, Stipa Vokić und ich im Schatten riesigen Walnussbaums im Hof der kleine Schule in Brodski Varoš und reden über die Klapperstorche, Menschen, heutige Medien… und über uns. Einige Meter entfernt, sitzt Malena in ihrem Nest wo sich schon ein Nachwuchsstorch  freigeschält hat, während andere vier sich damit noch Zeit lassen.

Volker Fritzemeier hörte sich nun die richtige Geschichte an, die Geschichte die er vermutet hatte und die ihn zu der weiten Reise angetrieben hat.

Und die Geschichte sieht folgendermassen aus:

Von dem Tag an, als Željko Mužević diese Sensationsnachricht in die Welt placiert hatte, hat sich viel verändert. Klepatan, Malena und Stipa sind weltberühmt geworden. Die Stadt Slavonski Brod ist weltberühmt geworden. Viele haben sich im Ruhm gebadet gehabt und zu helfen versprochen, dennoch blieb der Alltag so wie er war und das heisst:

…dass Stipa Vokić und seine Malena auch heute noch von 2.300 Kunas (300 euros) leben, die Stipa als Rentner bezieht. Stipa fährt auch weiterhin mit seiner Klapperkiste ca. hundert Kilometer täglich, um der Malena frischen Fisch zu besorgen.

 – Und was würde passieren, wenn Sie krank werden sollten, Herr Vokić ? …fragt Volker Fritzmeier.

– Ich darf nicht krank werden, da es sonst niemanden gibt der sich um die Malena kümmern konnte …antwortet Stipa und erzählt wie er und seine Malena die langen Wintertage so verbringen:

– 

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Morgens muss ich frischen Fisch holen gehen, da Klapperstorche nur lebendigen Fisch essen. Manchmal nehme ich auch die Malena mit. Sie sitzt neben mir auf dem Beifahrersitz und wir unterhalten uns ein bisschen. Die vorbeifahrenden Fahrer die den Klapperstorch in meinem Auto sehen bleiben meistens in heller Verwunderung. Wenn ich ausm Auto gehe, um den Fisch zu holen, wartet sie geduldig aufm ihrem Beifahrersitz.

Volker Fritzemeier hört mit grossem Interesse zu. Zwischendurch entläuft ihm ein Seufzer:

-Unglaublich!

Und Stipa erzählt auch davon wie er und Malena zusammen fernsehen:

– Sie mag Sendungen über die Vogelwelt, so wie ich auch. Sie sitzt neben mir auf dem Sofa und wir schauen dann zusammen. Manchmal fällt sie ins Schlummern aber mich erwischt auch manchmal der Schlaf vorm Fernseher.

Und so tagein, tagaus.  Ansonsten hat Stipa seiner Malena auch einen Aufenthaltsraum im Hofgebäude eingerichtet der im Winter geheizt werden muss.

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Da Malena nicht fliegen kann, hat Stipa einem Klettergerüst für sie konstruiert über den sie vom Boden in ihr Nest auf dem Gebäudeschornstein klettern kann.

Wenn Klepatan im Frühling aus Südafrika zurückkehrt, widmet Malena ihre ganze Aufmerksamkeit ihrem Partner , während Stipa mit der vielen Arbeit die der Frühling mit sich bringt dann beschäftigt ist.

– Ich kümmere mich um ihr Futter und sie kümmern sich um die kleinen Storche, von denen es sich jedes Jahr vier, fünf Stück gibt… Manchmal kann eines von ihnen die Schale nicht von selbst durchbre chen, dann helfe ich ein bisschen nach, da man die spätgeborenen zusätzlich füttern muss, damit die rechtzeitig Kraft gewinnnen und so bereit für die weite Reise sind.

Dies ist nicht üblich bei dem Klapperstorchen. Diejenigen die sich später auslegen, haben keine Chance mehr kräftig zu werden und sind zum Kältetod im Herbst verurteilt.

Stipa erzählt und Volker Fritzemeier hört ihm aufmerksam zu.

-Dies ist eigentlich eine Geschichte über uns selbst. Über die Nächstenliebe die wir langsam unterdruckt haben. Über die Liebe zu den Tieren wie sie sein sollte.  Deswegen weckt sie das Interesse bei jedem.Ich frage ihn was er nun über all das hier denkt:

Obwohl Stipa darüber nicht geredet hatte, Fritzmeier verstand auch die Bedürfnisse die von dieser Geschichte ausgehen, damit sie überhaupt weitergeht. Ohne viel Gerede reichte er Stipa 300 Euros und nicht allzu begeistert liess sich bei der Übergabe fotografieren.

Er wird auch die Geschichte weiter in die Welt platzieren, zuerst in Deutschland. Seine Geschichte wird eine andere Botschaft aussenden, von der die von den restlichen Medien übertragen wird in den Tagen wenn Klepetan zurückkehrt oder in den Süden fliegt.

Ich denke, dass Volker Fritzmeier folgendes ausrichten wird:

– Lassen Sie uns Stipa Vokić helfen, dem pensionierten Hausmeister aus Slavonski Brod, damit er unser Gewissen  rettet und weiterhin diesem ausserordentlichem Paar aus der Tierwelt entsprechend und mit Würde helfen kann.

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Neben all dem Ruhm den dieser bescheidene und ehrenhafte Mann geniest, fährt er weiterhin seinen uralten Opel und fahren muss er allein aus dem Grunde da Malena jeden Tag essen muss. Sein Konto ist seit Jahren chronisch überzogen. Um ehrlich zu sagen kommt auch hin und wieder eine Spende, auf die aber kein Verlass ist. Alle Versprechungen wie: …wir sollten dies und wir sollten jenes …blieben nur Versprechungen. Wie ich sagte: entsprechend und mit Würde zu helfen, da muss ich hier einige Erklärungen abgeben:

Vom Ruhm und leeren Versprechungen lebt man nicht. Ich frage Stipa was geschehen würde, wenn, zum Beispiel, die Bank kein Geld mehr leiht, keine Spenden mehr kommen, weiter nichts geht.

Stipa antwortet ohne zu überlegen.

– Ich würde stehlen, nehmen …ich weiss nicht was ich tun würde! Ich wäre zu allem bereit. Wenn meine Malena nichts zu essen hätte… dannnein… bei diesen Worten wandte er den Kopf weg aber die Tränen in den Augen konnte er nicht verbergen.

Volker Fritzemeier vermutete mit Recht, dass sich hinter dieser Sensationsgeschichte über die Klapperstorchen in Slavonski Brod viel mehr verbirgt. Er hat auch herausgefunden, dass auch so viele Jahre nachdem Željko Mužević darüber geschrieben hatte, wir es nicht geschafft haben, uns zu organisieren um Stipa systematisch und mit Kontinuität helfen zu können.

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Ein Verein mit der einzigen Aufgabe die notwendigen Mittel für das Storchpaar abzusichern, ist nicht mal gegründet worden und das wäre notwendig. Nun gut, das wird sich wohl machen lassen können, jemand wird sich dieser Arbeit  wohl annehmen.

Auf der Website  www.Tierschutzprojekt-Kroatien.com  befindet sich diese Kontonummer für die Spendeeinzahlungen:Volker Fritzemeier  schlug auch eine Notlösung vor. Solange der Verein nicht gegründet ist, können alle die gerne mit ihren Spenden helfen wollen, dies auch über das Konto des Vördervereines Tierschutzprojekt Kroatien e.V. tun.

Spendenkonto: Sparkasse Oder-Spree – Konto 313 508 7076 – BLZ 170 550 50.
IBAN:  DE 74 1705 5050 3135087076
BIC: WELADED 1 LOS

Und wenn Sie wollen, dass dieses Geld in die Hände von unserem Stipa kommt, schreiben Sie auf die Überweisung „Storch“ drauf.

Wir werden Sie informieren wie ihr Geld verbraucht wurde und wieviel Geld in die Hände von Stipa Vokić gekommen ist.

Volker Fritzemeier hat einen mächtigen Eindruck, sowohl auf Stipa Vokić als auch auf den Kollegen Mužević gemacht. Mužević war besonders von seiner Ehrlichkeit und seiner pathetikfreie Wahrnehmung fasziniert und dem Stipa entkam ein ehrlicher Kommentar:

Nun, so is’es …Deutsche sind eben Deutsche!

Comments (1)

Eine sehr bewegende Erzaehlung…. Jako dirljiva priča… L.P. Milica

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