berlin

SCHWEIGEN

Posted on : 08-05-2010 | By : admin | In : Anja Breljak: ANJA' S BRIEF

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ANJA´S BRIEF
Piše: Anja Breljak

Ein leiser Wind weht durch die Stadt, nur das Rattern des alten Buses schneidet sich durch die Ruhe. Wie ausgestorben.
Niemand ist auf der Straße, nur ich und ein Mädchen sind aus dem Bus aus Bugojno ausgestiegen. Gornji Vakuf-Uskoplje. An der Buststation weiß niemand so richtig, wann der nächste Bus zurückfährt, und in der Station in Bugojno sei das Telefon ausgeschaltet.
Es ist erster Mai, der Tag der Arbeiter. Hier wird dieser, man sollte meinen sozialistische Feiertag direkt drei Tage lang gefeiert. In Sarajevo liefen die Vorbereitungen schon seit Tagen, Banner wurden aufgehangen, Luftballontrauben durch die Straßen geschubst.
Das feiern doch nur Muslime, sagt meine Tante. War das den früher auch so, frage ich. Sie lenkt vom Thema ab, spricht über meine andere Tante. Ich habe zwei Tanten in Gornji Vakuf-Uskoplje. Sie sind ein wenig wie zwei Hyänen, die nur darauf warten, der anderen die nächste Rippe herauszureißen. Und dann lacht sie schadenfroh: ich hab ihr doch gesagt, sie soll zum Arzt gehen. Das hat sie nun davon. Nur bei gemeinsamen Feinden tun sie sich zusammen. Und das sind hier die sogenannten „Balije“. Ein Schimpfwort, das sie ganz alltäglich gegen alle Muslime benutzen.
An Gornji Vakuf-Uskoplje bleibe ich immer wieder wie an einer Reißzwecke hängen. Der erste Teil des Namens, Gornji Vakuf,bedeutet Obere Stiftung, stammt noch aus der Osmanischen Periode, als die Stadt gegründet worden ist; der zweite ist das katholische Pendant, abgeleitet vom Namen der Region, die schon im zwölften Jahrhundert Uskoplje hies. Die Stadt ist geteilt, die Grenze verläuft noch vor dem Busbahnhof. Das Gebiet der katholischen Kroaten wird bewacht vom Kirchturm, das der muslimischen Bosniaken vom Minarett. Hin und wieder gibt es Auschreitungen. Sobald aber ein Fußballspiel es erlaubt, fliegen Steine von beiden Seiten über die unsichtbare Grenze.
Ansonsten wird nicht viel über einander gesprochen. Es gibt Schnitzel mit Kartoffelbrei, natürlich Schweinefleisch, aus der Fleischerei des Schwiegersohns. Wie geht es den Eltern? Gut. Wie geht es den Geschwistern? Gut. Was macht die Uni? Gut. Und der Fernseher läuft während der gesamten Unterhaltung. Kerala und sein Wirtschaftsaufschwung. Gut. Willst du noch zum Friedhof? Nein. Schweigen.
Sultanovici. Diesen Friedhof gibt es seit fast zehn Jahrhunderten, heute liegt er am Rand von Bugojno. Meine Großeltern liegen dort begraben. Ich hasse die Stille, die schweigende Hitze, die sich zwischen den Steinen aufhängt, die drückende Luft, die mit dem Zirpen der Grillen allmählich in die Ohren steigt, den Kopf anschwellen lässt. Ein großes, weißes Kreuz trohnt leise über den Toten. Wie tief es wohl in den Erdboden gerammt worden ist? Und ich muss an die gephälten Männer aus Andrics „Die Brücke über der Drina“ denken: Dünne Holzphäle wurden entlang der Wirbelsäule bis zum Hals, durch den Mund wieder herauspringend, durchgeklopft, die aufgespießten Halbtoten auf der Brücke festgeklemmt, mehrere Tage lang, allmählich verblutend.
Eigentlich mag ich die Stille, jetzt wo sie plötzlich nicht mehr da ist. Es wird Messe gehalten. Eng umschlungen von der Masse donnert eine Stimme über die Köpfe und Regenschirme, drohend. Man müsse das Kroatische in Bosnien erhalten. Gut. Weitere drohende Sätze, etwas über Unterdrückung. Gut. In der Stimme schwingt ein Phal mit. Die anderen sind schlecht, wir müssen sie von uns fern halten und alles, was sie tun und sagen, ist abzulehnen. Gut. So etwas gräbt sich tief in die Köpfe, solche Sätze von solchen Autoritäten. Vor allem, wenn sie in der Nähe von Gräbern ausgesprochen werden.
Die Kerzen werden in die Lastwagen geladen, allmählich leert sich der Ort. Das Rauschen der vorbeifahrenden Autos wird seltener.
Auf welche Weisen man Menschen wohl alles phälen kann?
Schweigen.

Comments (6)

Dorotic Ivo said on 25-07-2011

Imate pravo Anja je vrlo mlada, ali da ne zna o čemu piše to ne stoji, jer stoji upravo ono što njena mama, Sonja, kaže: “Anja piše bolje nego ja!”
Sonja kao i Anja su završile Filozofski fakultet, jedna u Sarajevu, a druga u Berlinu.
Razliku čine samo godine i drukčiji pogled na život.
Anja je stipendist Adenauer Stiftung i ona i dalje putuje i ući. E to je “lipa moja mala” na koju su njeni roditelji sa ponosom ponosni.
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miki said on 01-08-2011

mozda me se nije shvatilo o cemu sam pisala!!! mislim da djevojka nije kompetentna pisat o tim stvarima o cemu pise!!! malo je tema otisla predaleko, naravno gospodine Josipe da nas mora svugdje bit I da zivimo gdje nam je bolje, !!! jer mislim da nezna ni tko je ni sto je ,onaj ko ne voli svoje,!!! al ne mislim da ce nas daleko dovest ta njemacka politika u kojoj se ispire mozak da trebamo biti prema svima tolerantni jer bas tako mi se cini da djevojka o tome pise!!!!
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Poštovani Miki pa nemojte tako i gospodin
Ivo Dorotić je nešto slično gore napomenuo

biti prem svemu tolerantan to sigurno Anja nije..nit nam to dozvoli demokracija..ali demokracija joj dopušta upravo to..opisati iz vlastitog pogleda svoje stavove i osjećaje..uzput je i školovana i obrazovana u demokratskoj modernoj već razvijenoj državi.. a zove se Njemačka.. i što hoćemo ili možemo još više a potrebno je i..u nekim stvarima mladima dati šansu.. i iskustvo steći.

Lp-jm

mozda me se nije shvatilo o cemu sam pisala!!! mislim da djevojka nije kompetentna pisat o tim stvarima o cemu pise!!! malo je tema otisla predaleko, naravno gospodine Josipe da nas mora svugdje bit I da zivimo gdje nam je bolje, !!! jer mislim da nezna ni tko je ni sto je ,onaj ko ne voli svoje,!!! al ne mislim da ce nas daleko dovest ta njemacka politika u kojoj se ispire mozak da trebamo biti prema svima tolerantni jer bas tako mi se cini da djevojka o tome pise!!!!

Poštovani Miki

Ljudi moramo zar ne.. po svuda biti..ne samo u Berlinu i Bugojno..već i u Hrvatskoj..Europi i Svijetu.

lp-jm

Dragi gospodine,nemam ja nista protiv djevojke,nego mi se ne svidja sadrzaj ove price!! vjerujem da je upucena u rat ,aal mi je malo smjesno da se cudi izrazu ¨:balije: jer dolazi iz kraja odakle i ja !! i vjerovatno nije imala nikog koje nastradao u ratu (Bogu hvala) ,a mi znamo koji ovdje zivimo kako nam je!! i neznam cemu se cudi sto je svecenik u sultanovicima na groblju govorio da moramo svoje nesto hrvatsko zadrzat,jer to su cinjenice!! lako je biti hrvat u Berlinu i dicit se stim,treba bit i opstat hrvat u Bugojnu!!! Pozdrav iz Bugojna!!

Imate pravo Anja je vrlo mlada, ali da ne zna o čemu piše to ne stoji, jer stoji upravo ono što njena mama, Sonja, kaže: „Anja piše bolje nego ja!“
Sonja kao i Anja su završile Filozofski fakultet, jedna u Sarajevu, a druga u Berlinu.
Razliku čine samo godine i drukčiji pogled na život.
Anja je stipendist Adenauer Stiftung i ona i dalje putuje i ući. E to je „lipa moja mala“ na koju su njeni roditelji sa ponosom ponosni.

e draga moja gosp. Breljak,vidim da si jos jako mlada,jer neznas o cemu pises!!!

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